Shelby – das Hundefindelkind aus Rumänien (Folge 1)

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Shelby, ein Hundekind zieht bei uns ein…

Es war eine traurige Zeit ohne Hund. Mehr als ein halbes Jahr versuchten mein Mann und ich uns dennoch einzureden, dass ein solches Leben aber auch schön und erfüllend sein kann, doch es funktionierte einfach nicht. Fünfzehn Jahre mit unseren Hunden Piccolina (2004-2017) und Timo (2005-2019) hatten uns geprägt.
Es waren für uns in erster Linie praktische Überlegungen auf einen Hund zu verzichten. Unsere Wohngegend südlich von Wien wird immer mehr verbaut und somit gibt es immer weniger Möglichkeiten für schöne Spaziergänge. Mehr denn je wären wir auf das Auto angewiesen, um einem Hund seinen rechtmäßigen Auslauf bieten zu können. Außerdem könnten wir uns nun auch endlich mehr um uns kümmern. Unsere Töchter sind erwachsen und aus dem Haus. Mit unseren drei Enkelkindern kann man auch schon viel unternehmen.
Aber: die Thermen-Besuche, die wir in den letzten Monaten machen konnten, brachten weder die erwartete Erholung, noch liegt es in unserer Natur stundenlang auf einer Liege auszuruhen. Museen, Klöster und Stifte… waren interessant, aber die kann man ja auch besichtigen, wenn man einen Hund hat.
Bei unseren Bergtouren, Waldwanderungen und Campingreisen fehlte uns ein vierbeiniger Begleiter allerdings sehr.
Doch da war auch die Sorge, ob ein neuer Hund vielleicht gar nicht so gut in unser Leben passen könnte, dass er vielleicht mit unseren Enkelkindern nicht zurechtkommen würde, womöglich ein richtiger Kläffer, Angstbeißer oder ähnliches sein könnte. Und was wird sein, wenn wir uns einmal aus irgendeinem Grund nicht mehr um den Hund kümmern könnten? So viele Für und Wider!
Viele unserer Freunde überhäuften uns in bester Absicht mit den üblichen „Zuhause gesucht“-Hundefotos samt Steckbriefen. Schrecklich anzusehen waren manche Fotos, die begleitenden Texte lasen sich ebenso. Aber dennoch berührte kein Foto unsere Herzen so sehr, dass wir uns für einen dieser Hunde entscheiden konnten.

Da tauchte in meinen Gedanken wieder einmal Gut Aiderbichl auf und ich erinnerte mich an das großartige Streuner- und Kastrationsprojekt in Rumänien. Ich durchstöberte die Homepage, sah die Videos mehrmals an und bald war der Entschluss gefasst. Hilfe vor Ort, so oft und so gut es möglich ist, muss unterstützt werden! Einerseits mit einer Patenschaft und andererseits mit der Übernahme eines Hundes aus diesem Projekt!
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Nachdem alles für uns als Sonderpflegeplatz für Gut Aiderbichl geklärt war, durften wir auch bald unser neues Familienmitglied in die Arme schließen.
Alle Bedenken waren wie weggewischt, als wir das Hundezimmer auf Gut Aiderbichl Henndorf betraten und Shelby uns in die Arme flog, als hätte sie bereits auf uns gewartet!
Shelby – ein kuschelweiches Hundemädchen, gerade mal 38 cm hoch, 8 Kilo leicht und 6 Monate alt. Sie wurde mit ihren Geschwistern unweit des Shelters in Rumänien ausgesetzt, dort aufgezogen und für die Ausreise nach Österreich vorbereitet.
Als wir ihr Foto sahen, waren wir schon verliebt. Das erste Foto, das unsere Herzen berührte!

Von nun an war unser Leben auf den Kopf gestellt.
20191223_093710Alles ist neu für unser kleines Hundekind!
Der eigene Garten wird von ihr nach und nach erkundet. Im Haus gibt es so viele Ecken, die beschnuppert werden müssen. Einkaufen im großen Tierbedarfs-Supermarkt – Shelby sitzt brav auf ihrer Decke im Einkaufswagen!
Besuch von unseren drei Enkelkindern – Shelby freut sich über die Kinder und lässt sich (immer unter Aufsicht!) streicheln!
Unser kleines Hundemädchen liebt Besucher, Spaziergänge mit anderen Hunden, Spiele mit Ball und Plüschtier ebenso, wie das nötige Training für „Sitz, Platz, Bleib“.
Die ersten Tage des Kennenlernens und Ankommens waren sehr abwechslungsreich, aufregend, spannend, interessant und lehrreich für uns alle. Inzwischen ist schon ein bisschen Routine eingekehrt und jetzt, während ich diese ersten Zeilen über unser Leben mit ihr schreibe, liegt sie neben meinem Schreibtisch und schlummert friedlich vor sich hin.
Ein ganzes Hundeleben voller gemeinsamer Abenteuer, Campingreisen und Freude liegt nun vor uns!

Shelby – ein Hundekind entdeckt die Welt…
Die Tage vergehen und nun ist Shelby schon einige Zeit bei uns. Viele Begegnungen mit Menschen und Hunden hatten wir in diesen Tagen – alle verliefen gut. Shelby freut sich einfach über alles und jeden! Der warme Winter kommt uns sehr entgegen – schließlich müssen wir ja noch sehr oft raus. Manchmal geht das natürlich noch schief, aber meistens klappt alles gut und wir sind rechtzeitig im Garten. Nachts schläft unser kleines Hundekind aber immer tief und fest. Während Shelby in den ersten Tagen noch sehr vorsichtig war, ist sie inzwischen zu einem kleinen Wirbelwind geworden. Sie probiert einfach alles aus, will alles entdecken und vor allem im Garten gräbt sie ihre Nase in jede Ecke. Besuche von anderen Hunden sind ihr eine willkommene Abwechslung. Auch wenn unser Garten klein ist, Platz zum Herumtoben finden die fröhlichen Vierbeiner allemal.
Aber auch gemütliche Spaziergänge in der Umgebung finden Shelbys Zustimmung. Mit der Nase knapp über dem Boden erkundet sie Wiesen und Wälder, um danach müde, aber auch sehr zufrieden auszuruhen. Das Gehen an der Leine klappt schon sehr gut und in reizarmer Umgebung lässt sie sich auch immer öfter abrufen. Shelby lernt wirklich schnell. Entsprechend viel Spaß hat unser Hundemädchen auch an den vielen Holzbrettspielen. Um an die versteckten Leckerlis zu kommen, strengt sie sich ordentlich an und findet immer ganz schnell einen Weg.

Shelby – viele Spaziergänge und die ersten kleinen Wanderungen…
Natürlich gehen wir jeden Tag spazieren. Es gibt auch täglich kleine Übungseinheiten, damit Shelby lernt, was sie zB darf oder wann sie wo warten muss. Besonders gerne gehen wir aber wandern und wann immer es geht, nützen wir die Gelegenheit.
Kleine Wanderungen in der näheren Umgebung führen uns zB über die Perchtoldsdorfer Heide, durch den Mödlinger Wald oder über den Eichkogel.
Shelby entgeht dabei scheinbar nichts – weder auf dem Boden, in kleinen Erdlöchern oder Spalten, noch in der Ferne…


Die erste größere Wanderung: Naturpark Hohe Wand
Es war ein grauer Nebeltag im Jänner, in und um Wien war alles grau in grau und die Luft war feucht und kalt. Aber eine knappe Autostunde von der ungemütlichen Stadt entfernt schien über der Hohen Wand die Sonne. Die Rucksäcke wurden gepackt und schon waren meine Freundin und ich mit unseren Hunden unterwegs. Shelby orientiert sich gerne an den Pudel-Mädchen meiner Freundin und so wanderten wir sehr entspannt vom Naturparkhaus durch den Wald zum „Skywalk“.
Die Sonne wärmte das Plateau und wir machten eine kleine Pause auf den Holzliegen. Der Ausblick war von Nebelschwaden durchzogen und wirkte sehr malerisch. Shelby hat inzwischen gelernt sitzen oder stehen zu bleiben, wenn ich ein Foto mache und so entstanden einige schöne Erinnerungsaufnahmen.

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Weiter wanderten wir den Weg entlang bis zu einer Forststraße, dann in Richtung Engelbertkirche in den Wald und kurz darauf links weiter zur Straße. Diese mussten wir leider ein ganzes Stück entlang gehen, um wieder in Richtung Naturparkhaus zu kommen, aber bald kam links ein Weg, der in den Wald führte und wir gingen ihn, teilweise mit Hilfe einer Wander-App, zurück zu unserem Ausgangspunkt und Parkplatz. Ein bisschen Schnee lag an manchen schattigen Stellen im Wald und an einigen Lichtungen. Großteils wirkte der Wald aber eher herbstlich. Die Sonnenstrahlen wärmten nicht nur unsere Haut, sondern auch unsere Herzen. Die fröhliche Ausgelassenheit unserer Hunde machte diese wunderschöne Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Fortsetzung folgt…

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