Shelby – mein Hundekind hat seinen ersten Urlaub erlebt! (Folge 5)

16.5.2020 (Folge 5)

Shelby – mein Hundekind hat seinen ersten Urlaub erlebt!
Aber davor war „Corona“ zu Besuch…

Drei Monate sind nun vergangen. Es war eine seltsame Zeit und dauerte länger, als ich gedacht hätte. Anfangs lauschten wohl so ziemlich alle Leute den täglichen Informationen, die man über Radio und Fernsehen bekam. Die Regierung ließ uns in kurzen Abständen wissen, was jeder tun darf und lassen soll…

Die Straßen waren leer und ich genoss meinen Garten. Shelby tobte sich neben mir aus, durchstöberte jede Ecke… so bekam das Hochbeet, das nicht wirklich sehr hoch ist, einen kleinen Zaun, damit Shelby nicht alles ausgräbt… so entstand ein kleines Türchen, das Shelby davon abhält, den Kompost zu durchwühlen…

Es war ruhig wie vor gut zwanzig Jahren und ich konnte zwischendurch auch im Garten lesen und die Sonne genießen. Wenig Straßenlärm, so gut wie gar kein Fluglärm und in den Geschäften eher wenige Menschen.

Das war die positive Seite von „Corona“.

Aber wo Sonne ist, da gibt es auch Schatten… Nach den ersten ruhigen ein bis zwei Wochen ging es los. Die Menschen liefen kreuz und quer durch die Gassen – natürlich nicht leise, sondern laut telefonierend… Skateboards quietschten und das Rauschen der E-Bikes war ebenso unangenehm, wie das Klingeln der Fahrräder und das Klappern der Wanderstöcke…

Die Menschen waren großteils neu eingekleidet: irgendwo musste es Wander- und Fahrradausrüstungen im Angebot gegeben haben… giftiges Apfelgrün mit Grau und Pink mit Schwarz waren scheinbar die Modefarbkombinationen!

Wir suchten das Weite und fuhren mit Shelby in den Wald. Aber, oh weh, da waren unglaublich viele Menschen!

In Wien wurden Spielplätze, Parks und Stadtgärten gesperrt – somit „fuhren die Wiener auf´s Land“, das in diesem Falle gleich nach der Grenze zu Niederösterreich begann. Wir wurden einfach überrannt…

Vom ständig gepredigten „Abstandhalten“ war hier keine Rede. Radfahrer und Jogger sollten anfangs mindestens zwei Meter Abstand halten, später sollten es wegen der Infektionsgefahr sogar zehn Meter sein. Abgesehen davon, dass das sowieso nirgendwo möglich gewesen wäre, waren die selbsternannten Supersportler noch rücksichtsloser, als sonst. Die Wanderer waren einfach nur extrem viele und somit ließen wir die Waldspaziergänge lieber bleiben. Allerdings war auch auf den Feldwegen sehr viel los. Da sah man die Menschenmassen noch besser, weil die Landschaft weit überschaubar ist. Wie die Ameisen wuselten Menschen kreuz und quer, Kinder waren raunzig und brüllten, Eltern waren überfordert… Bald wusste ich nicht mehr, wo wir mit Shelby noch spazierengehen könnten. Die Hundesozialkontakte wurden immer weniger. Irgendwann fanden wir dann die passenden Zeitspannen, wo in erster Linie „normale“ Hundebesitzer mit ihren Hunden unterwegs waren und so hatten wir wieder ein annähernd normales „Gassi-Verhalten“.
Zu diesen Zeiten konnte ich dann auch wieder die üblichen Wildtierbeobachtungen machen. Denn auch die Tiere flüchteten vor den vielen Menschen, die oftmals sogar fernab der Wege quer über Wiesen und Felder stapften.

In weiterer Folge kam die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in Supermärkten, Apotheken und allen öffentlichen, geschlossenen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln – kurz: das „Papperlkapperl“ war neben dem „Gackerlsackerl“ unser ständiger Begleiter. Shelby reagierte auf maskierte Menschen, Gott sei Dank, gar nicht und ich vermied das Einkaufen, so gut es ging. Dies hatte allerdings zur Folge, dass ich fast täglich auf irgendeinen Lieferservice warten musste… Das war auch keine optimale Lösung…

Shelby verlor in all dieser chaotischen Zeit ihr fröhliches Wesen nicht und trug so viel dazu bei, dass auch ich immer wieder etwas zu lachen hatte.

Nach und nach machte sich wohl jeder immer mehr seine Gedanken zu diesem, unser aller Leben so sehr einschneidenden,  Thema „Corona-Virus“. Die Gesellschaft spaltete sich ordentlich und bald war ich mir nicht mehr sicher, mit wem ich wie darüber reden sollte. Also überließ ich es einfach meinem jeweiligen Gegenüber und war ziemlich überrascht, wie unterschiedlich unsere Freunde und Bekannten darüber dachten und sich verhielten.

Sobald klar war, dass man sich wieder etwas weiter vom eigenen Wohnort wegbewegen „darf“, waren wir auch schon wieder unterwegs. Ausflüge ins Höllental, ins Leithagebirge, ins Waldviertel und in die Oststeiermark ließen uns der heimischen Chaos-Panik-Stimmung entkommen.

Im Campingbus zu übernachten war ja bald schon wieder möglich. Man ist so im eigenen Zuhause unterwegs und kommt mit fremden Menschen nur wenig in Kontakt, wenn man es nicht will.

Doch siehe da, je weiter wir uns von unserem Wohnort entfernten, umso gelassener waren die Menschen und wir hatten viele erfreuliche Begegnungen. Dabei stellten wir fest, dass wir uns mit diesen fremden Personen so unterhielten, wie wir es immer mit anderen Leuten tun, und der „vorgeschriebene“ Abstand ohnehin ganz normal ist. Shelby genoss diese Ausflüge und die Bewunderung, die ihr fast überall entgegengebracht wird.

Besonders schön war ein Ausflug nach Hardegg, wo wir über den Wildkatzenweg und den Einsiedlerweg wanderten. Shelby beäugte die Metall-Katzen, die entlang den Themenweges aufgestellt sind, sehr vorsichtig. Das rauschende Wasser der Thaya war ihr bald egal, allerdings sprang sie immer von einem Stein zum nächsten, um nicht nass zu werden.

Wir begegneten einigen Wandergruppen, großteils Familien mit Kindern und Hunden. Alle waren fröhlich, friedlich und entspannt.

Dass Campingliebhaber grundsätzlich eher entspannte und spontane Menschen sind, zeigte sich in dieser Zeit ganz besonders. So fühlten wir uns, egal wo, am wohlsten in unserem Campingbus.

Mitte Mai waren wir noch ein bisschen unsicher und ratlos, wie unser bevorstehender Urlaub wohl werden würde. Wohin könnten wir fahren? Was würde uns erwarten? Wie verhalten sich andere Camper? Es wurde ein etwas anderer, aber dennoch schöner Urlaub in Österreich!

Fortsetzung folgt…

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