Ein Wanderwochenende im Nationalpark Thayatal

Ein Wanderwochenende im Nationalpark Thayatal

Der Nationalpark Thayatal im Waldviertel ist ein ganz besonders schönes, aber vor allem auch ruhiges Wandergebiet für all jene Menschen, die der Alltagshektik entfliehen und Natur und Ruhe genießen wollen.

Die unmittelbare Nähe zu Tschechien und eine Fuß- und Radbrücke ins Nachbarland laden auch zu grenzüberschreitenden Wanderungen ein.

Das Nationalpark-Haus und seine unmittelbare Umgebung sind ideal für ein paar Stunden Erholung und Bildung zugleich. Das Wildkatzen-Projekt, der Abenteuerspielplatz, die verschiedenen Ruhezonen im Grünen, der Bauerngarten und das Restaurant bieten neben den gut beschilderten, von den Rad-Routen getrennt geführten, Wander-Routen ein vielfältiges Angebot für Groß und Klein. Hunde dürfen an der Leine fast überall dabei sein.

Dass es auf dem Nationalpark-Gelände auch einen kleinen, einfachen Wohnmobilstellplatz gibt, machte unsere Entscheidung ein Wochenende im Nordosten Österreichs zu verbringen einfach.

Schon die Anreise stimmte uns auf diese Art des sanften Tourismus ein. Felder, Wiesen, ab und  zu eine kleine Ortschaft… viel Himmel und sonst nicht viel… Jedenfalls wirkte es so auf den ersten Blick.

Als wir den Nationalpark erreichten, war dieser schon geschlossen. Dennoch erklärten uns die freundlichen Mitarbeiterinnen, die sich gerade auf den Heimweg machten, dass wir gerne übernachten könnten und die Anmeldung am nächsten Tag gemacht werden kann. Wir bekamen auch noch einige Info-Broschüren und Wanderpläne.

Auf dem Stellplatz für acht Wohnmobile stand noch ein weiteres Fahrzeug. Sonst war da niemand. Wir richteten uns ein und entschieden uns für den „Hennerweg“ als Abendrunde mit unserem Hund Timo.
Gut markiert und auch für Familien mit Kinderwagen geeignet ist diese kleine Runde, die ca. 45 Minuten dauert. Sanft führt der Weg durch den Wald, auf Tafeln werden verschiedene Bäume erklärt und die Aussicht auf die Burg Hardegg und den Grenzfluss Thaya macht diese kleine Runde zu einem besonderen Erlebnis. Wahlweise kann man diesen Weg einfach wieder zurück gehen oder den Wegweisern in einer Runde folgen und so auch noch ein bisschen mehr auf den Tafeln des Themenweges nachlesen und über den Wald im Thayatal lernen.

Sehr zufrieden verbrachten wir den Abend vor unserem Campingbus und beobachteten zwei Hasen, die ziemlich nahe vor uns in der Wiese herumhoppelten, fraßen und sich gegenseitig jagten… Viele verschiedene Vögel belebten die unzähligen Bäume und Sträucher. Es war ein wahres Naturkonzert…

Am nächsten Tag wollten wir eine längere Wanderung machen und entschieden uns für den „Einsiedlerweg“. Dieser führt vom Nationalpark zuerst den Wildkatzen-Themenweg entlang bis zu einer märchenhaften Wiese an der Thaya. Hier ist in einer steilen Felswand auch die ehemalige Einsiedler-Klause zu sehen und eine Info-Tafel lädt zum Nachlesen darüber ein.

Um die Runde über Hardegg zu wandern, geht man ein Stück des Weges wieder zurück bis man dem Wegweiser folgen kann, der über einige Stufen rechts bergauf führt. Kurz darauf erreicht man einen Aussichtspunkt, der den Blick über Wald und Thaya freigibt.

Weiter den Wegweisern folgend geht es durch den Wald und schließlich bergab ans Flussufer, wo wieder Hundepfoten und Menschenfüße gekühlt werden können, um bald darauf die kleine Stadt Hardegg zu erreichen. Hier kann  man beim Gasthaus einkehren, die öffentlichen Toiletten benutzen, über die Brücke nach Tschechien gehen, auf einem Bankerl mit Blick auf den Grenzfluss und das Nachbarland Pause machen…

Zurück zum Nationalpark-Haus führt der Weg hinter dem Gasthaus bergan, um bald darauf im spitzen Winkel nach links abzubiegend und durch den Wald führend zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Burg Hardegg zu kommen.

Hier kann man nochmals ein bisschen ausruhen bevor es wieder bergan durch den Wald und schließlich zurück zum Parkplatz bzw. Wohnmobilstellplatz geht.

Ungefähr drei Stunden brauchten wir für diesen Weg, der sehr abwechslungsreich und interessant war.
Der Wildkatzen-Lehrpfad ist auch für kleinere Kinder (Gehzeit ca 1 Stunde bis zum Fluss) geeignet und bietet mit den „versteckten Katzen“ am Wegrand sehr viel Spaß!

Da wir schon in der Nähe waren, besuchten wir vor unserer Heimfahrt auch noch die Stadt Znaim in Tschechien. Dafür und auch für die Wanderungen ins Nachbarland sollte man auf jeden Fall seinen Reisepass oder ein anderes passendes Dokument dabei haben.

In Znaim spazierten wir dann einfach durch die Gassen der Geburtsstadt meiner Urgroßmutter, ließen uns einfach treiben und richteten uns auch hier nach unserem Timo, der das Bummeln durch Städte gar nicht mehr mag. Die Kirche St. Nikolaus besuchte ich noch und zündete dankbar eine Kerze an bevor wir uns auf die Heimreise begaben.

Sagte ich anfangs „…Felder, Wiesen, ab und  zu eine kleine Ortschaft… viel Himmel und sonst nicht viel…“? Naja, man muss nur ein bisschen still sein und genauer hinsehen… dann sieht und hört man sehr viel. Manchmal kann man sogar die Stille hören!

Es war eine wunderschöne Zeit im Thayatal. Die Mitarbeiterinnen des Nationalparkhauses und der junge Nationalpark-Ranger aus Tschechien waren überaus freundlich und hilfsbereit, erklärten uns die Umgebung und die Wanderwege, beantworteten unsere Fragen zum neuen „Wildkatzen-Camp“ und hatten immer ein Lächeln auf den Lippen.  Wir werden bestimmt wieder kommen!

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