Aus dem Leben mit einem Senior-Hund…

Bitte Abstand halten!
Aus dem Leben mit einem Senior-Hund

Unser Alltag ist ruhiger geworden und alles ein bisschen langsamer…

Fast dreizehn Jahre ist unser Timo jetzt alt. Das letzte Jahr hat ihm sehr zugesetzt. Seine Lebensgefährtin Piccolina trat vor fast zehn Monaten ihre Reise über die Regenbogenbrücke an. Die Trauer um sie verarbeiten Timo und ich nur sehr langsam. Auch hat die lange Zeit, in der ich Piccolina teilweise sehr intensiv pflegen musste, für Timo ein Zurückstecken bedeutet und er so ein bisschen an körperlicher Fitness eingebüßt.

Aber das Leben geht weiter und wir versuchen jeden Tag so gut es geht zu nützen. Ein Besuch in der Tierklinik Vösendorf hat vor kurzem ergeben, dass seine Wirbelsäule etliche Alterserscheinungen aufweist. Naja, eigentlich kein Wunder… Aber auch nicht lustig…

Medikamente gegen Schmerzen und Entzündungen sollen nun Abhilfe schaffen und es scheint auch zu wirken.

Timo ist wieder agiler, aufmerksamer und neugieriger. Er hat auch sein „Hauferlmachen“ wieder besser unter Kontrolle – was v.a., für uns Menschen sehr angenehm ist 😉
Und er soll viel gehen, um die Muskulatur zu erhalten.

Aber wir müssen auch gut aufpassen, denn ein zu starkes Anrempeln von einem anderen Hund, der dann vielleicht auch noch auf ihn drauf springt oder zu schnelles und ruckartiges Bewegen soll genauso vermieden werden wie zu große Sprünge und das Steigen zu vieler Stufen…

Grundsätzlich auch noch kein Problem – wir passen eben auf! Und Timo hat auch gar nicht mehr so sehr das Verlangen nach allzu wildem Spiel… er trabt lieber gemütlich dahin, schnuppert mal da, mal dort… und verschläft nach einem ausgiebigen Spaziergang den Rest des Tages.

Wären da nicht täglich die anderen Hundebesitzer mit ihren „Meiner tut aber nix“-Hunden…

Gleich vorweg: es gibt ganz viele super nette, verantwortungsbewusste und verständnisvolle Menschen, die ihren Hund sofort an die Leine nehmen, wenn sie uns kommen sehen. Oft ergibt sich dann ein nettes Gespräch und die Hunde können einander, falls sie das überhaupt wollen, beschnuppern.

Auch bei unserem heutigen Spaziergang in der Au war da ein Ehepaar aus Wien mit ihrer elfjährigen Staffordshire-Terrier-Hündin, die sofort zur Seite genommen wurde. Im Gespräch erfuhr ich, dass die Hündin ebenso schon einige Wehwehchen im Lendenwirbelbereich hat und keine Lust auf wildes Spielen.

Ein weiteres Paar war mit einem Irish-Setter unterwegs. Seine Besitzerin leinte ihn an und fragte, ob mein Hund ein Kämpfer wäre… Ich musste lächeln und sagte nur: „Nein, er ist alt und müde, aber er geht noch immer gerne spazieren!“ Ein verständnisvolles Lächeln lag auf ihren Lippen…

Auch der Mann mit seinen beiden schwarzen, einem Labrador ähnlichen, Hunden ließ uns unsere Ruhe. Eine Frau mit einem kleinen lustigen Mischlingshund nahm diesen ebenso an die Leine. Alle grüßten und lächelten…

Nur eine übergewichtige, ältere Frau stapfte telefonierend hinter ihrem gut 30-40 Kilo schweren Langhaarhund daher und war nicht in der Lage ihren aufdringlichen Hund zu sich zu rufen. Auf meine Erklärung, dass Timo alt und nicht mehr ganz gesund ist, schenkte sie mir ein ungläubiges Grinsen. Ich fragte sie, warum sie mir nicht glaubt. Darauf war sie nicht gefasst. Der Mund blieb ihr offen, als ich dann noch nachhakte und sagte: „Sie können froh sein, dass ihr Hund jung und fit ist. Meiner ist fast dreizehn Jahre alt. Rechnen Sie mal nach, wie alt ein Mensch da wäre… und wie sieht es eigentlich mit Ihrer Wirbelsäule aus? Ist die noch ganz fit?“ Damit ließ ich sie stehen. Zu schade ist mir meine Zeit, als dass ich sie mit solchen Leuten und ärgerlichen Begegnungen verschwenden möchte.

Ja, Timo ist fast dreizehn Jahre alt und sein Körper lässt langsam immer mehr nach. Aber in seinem Kopf ist er immer noch der lustige junge Hund von früher – wenn auch mit dem für mich angenehmen Nebeneffekt, dass er nicht mehr lautstark und mit vollem Körpereinsatz aller Welt beweisen muss, wie toll er ist. Andere Hunde sind ihm jetzt zumeist egal, andere Menschen interessieren ihn nur wenig und auch fremde Besucher verbellt er nur noch kurz.

Aber er geht immer noch gerne auf Wald- und Wiesenboden spazieren, liegt gerne vor unserem Campingbus und schaut einfach nur ins Weite.

Gott weiß, welche Gedanken da in seinem Kopf sein mögen… und ich hoffe nur, dass er noch ein Weilchen an meiner Seite wandern wird!

Warum ich darüber schreibe?

Ich möchte anregen, darüber nachzudenken, warum jemand seinen Hund an der Leine hat. Ein angeleinter Hund muss nicht zwangsläufig aggressiv und bissig sein und sein Besitzer nicht unbedingt ein unfreundlicher menschenscheuer Zeitgenosse.

Manche Hunde tragen deshalb auch eine gelbe Schleife, die bedeutet, dass Abstand gewünscht wird. Leider kennen dieses Symbol zu wenige Menschen. Der gelbe Hund – wer noch nie davon gehört hat, kann hier nachlesen…

Ein bisschen Disziplin und Toleranz kann niemals schaden.
Man könnte auch sagen: Bitte Herz und Hirn einschalten!

 

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