Piccolina (2004-2017)

Piccolina
September 2004 – Oktober 20017

Es ist an der Zeit, diese Zeilen hier zu veröffentlichen…
Es fällt mir auch jetzt nach mehr als drei Monaten immer noch sehr schwer…
Ich erinnere mich noch ganz genau an jene einsame Wanderung zum Grimmingtor im Spätsommer 2004… Ganz allein im Geröllfeld dachte ich mir, es wäre schon fein, hier einen Hund an der Seite zu haben.

Daheim besprach ich diesen Gedanken mit meinem Mann und unseren Töchtern und nach einigem Hin- und Herüberlegen begannen wir diverse Tierheimseiten im Internet zu durchstöbern.

Piccolina blickte uns aus fragenden kleinen dunklen Augen von der Seite der Tierpension Schandl im Burgenland an und um mich war es schon geschehen.

Dann ging alles sehr schnell. Die ganze Familie war mit dabei, als wir sie abholten. Sie war die einzige im großen Welpen-Gehege, die nicht bellte und sich nicht wie verrückt aufführte, sondern still am Rand saß und erwartungsvoll, aber auch ein bisschen scheu zu uns herüberblickte. Es gab keine Zweifel – sie war „unser“ Hund!

Die ersten Wochen waren für uns voller Aufregung, Überraschungen und Neuigkeiten, aber wir gewöhnten uns sehr schnell aneinander und Piccolina war der kleine große Star in unserer Familie – zurückhaltend, freundlich, lustig…

Die anfänglichen Schwierigkeiten und Ängste (zB vor lauten Haushaltsgeräten) konnten wir bald wegtrainieren und so wurde sie zu einem selbstbewussten, ruhigen und ausgeglichenen Hund. Sie liebte unsere gemeinsamen Wanderungen und Reisen genauso, wie das Kuscheln vorm Kaminfeuer… sie genoss Wind und Ausblick an Deck der kroatischen Autofähren ebenso wie das Klettern über Felsen, um auf einen Gipfel zu gelangen. Wir konnten mit ihr problemlos über Kuhweiden gehen und auch mit Ziegen, Schafen und Pferden war sie gut Freund. Nur Katzen waren ihr bis zum Schluss nicht ganz geheuer…

Ein Stadtbummel war für sie eine große Freude, denn da fand sie doch immer etwas Interessantes zu erschnuppern und manchmal auch zu fressen (was wir natürlich so gut es ging zu verhindern versuchten). Restaurants fand sie oft schneller als wir – v.a. die Küchentür blieb ihr selten verborgen…

Piccolina konnte grunzen wie ein Schweinchen und heulen wie ein Schakal – je nachdem, was sie von uns haben wollte… Aufmerksamkeit, ein paar Leckerlis oder ganz viel Futter…

Wie viele Erinnerungen doch in meinem Herzen sind…

Die allererste Wanderung mit ihr im Winter zur Grimminghütte…

Das Camping-Wochenende in Venedig (Fusina) und die Paddeltouren durch die Lagunen und Kanäle von Venedig…

Piccolina, wie sie mit Timo (unserem inzwischen 12jährigen Rüden) umging, ihn „erzog“ und zeitlebens seinen Respekt einforderte und auch entgegengebracht bekam… wie viel Sicherheit sie ihm doch gab!

Ihre Begegnung mit einer 80jährigen Frau auf dem Gipfel des Hechelsteins im Wörschachwald – die kleine Hündin und die alte Frau gaben schon ein beeindruckendes Bild unter dem Gipfelkreuz ab…

Ihre erste Begegnung mit den Neufundländerdamen unserer Freunde – nachdem Piccolina, ein bisschen in die Enge getrieben, die beiden riesigen Hundedamen fast katzenähnlich angepfaucht hatte, wurde sie auf Lebzeiten respektiert… auch von den nachfolgenden Neufundländern in der Familie – Piccolina lag, wenn wir dort zu Besuch waren, immer auf dem größten Hundepolster oder thronte auf der Hundecouch!

Unzählige WUFF-Hunderunden…

Piccolina, wie sie in Penestin in Frankreich bei Ebbe einen riesigen Felsen erklimmt…

Piccolina beim Paddeln im Kajak auf der Ardeche in Vallon Pont d´Arc…

Piccolina im Tiefschnee, Piccolina im Sonnenschein, Piccolina im Canadier am Salzastausee oder am Bodensee, Piccolina unter Gipfelkreuzen, Piccolina in Italien, Frankreich, Ungarn, Deutschland, Slowenien, Kroatien, Montenegro…

Rund 300.000 Km waren wir mit ihr auf Reisen! Unzählige Wanderungen hat sie mit uns gemacht! Sie war immer an unserer Seite…

Die letzten vier Monate ihres Lebens war Piccolina sehr krank und wir machten unter der Anleitung und mit Hilfe von Frau Dr. Sokal und dem Team der Tiernotambulanz Vösendorf alles so gut wir konnten, um ihr das Leben noch so schön wie möglich zu machen. Zwischen Hoffen und Bangen, Hadern und Beten, vielen Auf und Abs waren wir noch ein paar Mal mit ihr unterwegs.

Sie liebte unseren Campingbus so sehr – sobald wir packten, saß sie schon an bestimmten Plätzen, um ja nichts zu übersehen oder gar schon im Bus drinnen!

Ein Wochenende verbrachten wir mit ihr noch im Ökoferiendorf Lungau – die große hundefreundliche Anlage war ideal für Piccolina, weil sie sich dort gefahrlos frei bewegen konnte.

Der Campingplatz am Putterersee in Aigen/Ennstal war für sie wie eine zweite Heimat. Da verbrachten wir mit ihr schon viel Zeit als sie ganz klein war und während wir unseren Wohnwagen dort stehen hatten, lag sie unzählige Stunden am Rand unserer Parzelle und blickte über´s Wasser.

Auch in ihren letzten Lebenswochen waren wir noch mehrmals dort, gingen sehr langsam den Uferweg des Sees entlang, blickten auf´s Wasser… nahmen Abschied… Abschied von unserer kleinen großen Hundedame, die am 2. Oktober 2017 über die Regenbogenbrücke ging…

Liebe Piccolina, wir werden dich niemals vergessen!

 

 

 

 

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