Mit dem Wohnmobil in der Kvarner Bucht

Kroatien, April 2017

Heuer packte uns das Campingfieber schon etwas früher als in den letzten Jahren und so wagten wir uns rund um die Osterfeiertage nach Kroatien, in das Land mit den vielen Sonnenstunden…

Schnell war unser Mini-Wohnmobil gepackt. Viele Dinge bleiben ohnehin immer drin und so waren wir sehr schnell startbereit.

Die Fahrt ging in gewohnter Weise über die Südsteiermark mit einer Übernachtung in Unterschwarza.
Da unser Ziel noch nicht ganz klar war, aber die Insel Rab einschließen sollte, machten wir es uns am Abend mit unseren diversen Reiseführern und Kroatien-Bildbänden gemütlich, um zu überlegen, was wir uns nun genau ansehen wollten. Dabei fiel mein Blick auf die Preislisten der Insel-Campingplätze und ich entdeckte, was mir bisher entgangen war: Ostern war Hauptsaison und die Preise daher dementsprechend hoch.
Nachdem wir es aber vorziehen, die Rabattkarten von ADAC und ACSI zu verwenden, um die billigeren Nebensaisonpreise zu nützen, suchten wir noch nach anderen Campingplätzen in der Nähe der Fähre am Festland.
Ich überlegte auch, ob die Hauptsaisonpreise vielleicht auf besonders viele Campinggäste schließen lassen könnten… viele Leute, die in den Ferien Urlaub machen müssen, weil sie nicht anders können und diese Preise dann auch bezahlen (müssen)… Meine Vorliebe für ruhige, nicht überlaufene Campingplätze ließ mich zögern und wir wählten einen Campingplatz in Selce, rd. 40 Km südlich von Rijeka.

Unsere Wahl war gut! Der Platz war wenig besiedelt, einige deutsche und österreichische Urlauber standen auf den strandnahen Plätzen. Wir hatten keinen direkten Nachbarn und freie Sicht auf´s Meer – wenn man vom Gartenzaun absieht.

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Direkt vor uns war die Promenade, die um diese Jahreszeit auch nur wenig frequentiert ist und davor der Hundestrand und während es im Osten Österreichs kalt und regnerisch war, hatten wir sogar Sonnenschein! Es war perfekt!

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Das tägliche Gewitter nützten wir, um uns über die Umgebung zu informieren, lasen, kochten und faulenzten. Die Sonnenzeit verbrachten wir im Freien.
Wir spazierten durch den kleinen Ort, der zur Zeit an vielen Stellen gleichzeitig renoviert wird. Der gesamte Hauptplatz ist zur Zeit eine Riesen-Baustelle – allerdings störte das dort niemanden und zwischen all dem Baumaterial und den diversen Geräten saßen die Urlauber in den Schanigärten und schauten zwischen Eis, Kuchen und Kaffee auf´s Meer.
Entspannung pur – wie immer auch bei den Hunden, die sauber und gepflegt sehr gelassen ihre Reviere abgrenzen.
Besonders fasziniert hat mich ein Baum, der aus einem Felsen über einem kleinen Bachlauf herauswächst. Diese kleine Sehenswürdigkeit findet man am Hafen unterhalb der Kirche.

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Nach drei Tagen in Selce beschlossen wir weiter zu ziehen. Zuerst fuhren wir ein Stück in den Norden und besuchten die nächstgelegene Stadt Crikvenica. Es war Ostermontag und um die Mittagszeit war die kleine Stadt sehr gut besucht. Hier hatte ich doch eher den Eindruck, dass in erster Linie einheimische Gäste unterwegs waren und die Kaffeehäuser und Eissalons füllten.

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Wir mischten uns in den Trubel und spazierten die Einkaufsstraße entlang. Die meisten Geschäfte im Zentrum waren schon geöffnet, die etwas außerhalb liegenden wurden gerade erst wieder für den Sommer-Tourismus eingeräumt. Die Strandpromenade führte uns wieder zurück zum Hafen. Blauer Himmel, Sonnenschein, Felsen  und das Meer… immer wieder atemberaubend schön!

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Am Marktplatz waren auch schon einige Stände geöffnet. Hier fanden wir noch einige Geschenke für unsere Enkelkinder bevor wir wieder zum Parkplatz, der in der Vorsaison gebührenfrei ist, zurückkehrten.

Rab war noch immer nicht ganz aus unserem Kopf verschwunden und so fuhren wir nun doch weiter in den Süden zur Fähre. Die Küstenstraße ist zwischen Selce und Stinica sehr kurvenreich und bietet unendlich viele wunderschöne Ausblicke. Man sollte aber wirklich die Parkbuchten am Straßenrand nützen, um sich die Gegend anzussehen oder sogar eine kleine Pause mit Blick auf´s Meer einlegen.

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Von Stinica kann man mehrmals täglich in nur 18 Minuten nach Mišnjak übersetzen. Wir erreichten die Insel am frühen Nachmittag und steuerten den Campingplatz Padova an. Die Enttäuschung war groß, denn zu den Hauptsaisonpreisen kam dazu, dass der Platz-Betrieb noch sehr eingeschränkt war. Die Sanitärgebäude waren nur teilweise in Betrieb, ebenso die Stromanschlüsse. Besonders beeindruckt hat uns der Platz nicht und so fuhren wir weiter nach Lopar zum sogenannten Paradiesstrand San Marino.
Auch dort war alles noch im Dornröschenschlaf und alles verwaist. Nur wenige Plätze waren besetzt und in der Rezeption erfuhren wir, dass wir zwar nur eine Nacht bleiben dürfen, aber auf jeden Fall mindestens für zwei Nächte bezahlen müssen. Das wollten wir schon aus Prinzip nicht machen. Wir schauten uns noch ein bisschen um. So paradiesisch war es hier nun auch wieder nicht. Die Rezeptionistin beschrieb uns zwar auch noch einige Wanderwege zu besonders schönen Buchten, aber wir verließen auch diesen Platz wieder.

Wir beschlossen, noch am selben Tag wieder zurück auf´s Festland zu kommen und fuhren in die Insel-Hauptstadt, deren Schutzpatron der Hl. Christophorus ist. Der Parkplatz am Hafen hatte noch eine Lücke für uns frei und wir spazierten los.

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Ziemlich ruhig war es in den kleinen Gassen, die Geschäfte waren schon geschlossen und wir stiegen die Stufen zu den Kirchen hinauf. Möwen umkreisten den Glockenturm und kreischten ihre typischen Laute.

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Wir ließen uns die Straße entlang von einer Kirche zur anderen treiben. Aus einem Kloster drang der Gesang eines Chores – wir hörten ein bisschen zu. Nach ungefähr einer Stunde beendeten wir unseren Rundgang und fuhren zurück zum Fährhafen.

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Zum Abschied winkte uns die kleine Insel mit einem wunderschönen Sonnenuntergang in allen Rottönen, die der Himmel zu bieten hat.

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Unser nächstes Ziel war Senj. Die Burg Nehaj war uns ja schon aufgefallen, als wir durch die kleine Stadt in Richtung Fährhafen gefahren waren. Nun sollte der Stellplatz Škver für diese Nacht unser Zuhause sein. Wir fanden einen Platz mit Blick auf´s Meer und konnten die Sonne gerade noch im Meer versinken sehen.

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Der nächste Morgen empfing uns mit dunklen Wolken und viel Regen und es schien, als ob es gar nicht mehr aufhören wollte… Auch unsere Hunde vergruben sich in ihre Decken und schlummerten vor sich hin. Erst am späten Nachmittag, als es nur noch leicht nieselte und der Wind sanfter wurde, wagten wir uns hinaus und folgten den Spuren der „Roten Zora“ , der Hauptfigur des gleichnamigen Romans von Kurt Held. Wir hatten ja den ganzen Tag Zeit, die Informationsbroschüren von Senj zu studieren und so fühlten wir uns schon fast richtig heimisch.
Den Hafen entlang, dann über Stufen hinauf zur Straße, welche den Stadtpark vom Park der Burg Nehaj trennt… diese entlang und am Hotel Zagreb vorbei bis zum Hauptplatz und durch das Stadttor durch, uns nach rechts haltend und die Stufen zur Burg hinauf schlenderten wir im Nieselregen und staunten darüber, dass hier so gut wir gar nichts renoviert wurde. Wie schön könnten all diese Häuser und Brunnen aussehen!

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Der Park scheint allerdings recht neu angelegt zu sein, Info-Tafeln erzählen über die Geschichte dieser Gegend und die Burg steht groß und fest auf dem Hügel.

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Oben angekommen spürten wir, dass der Wind wieder stärker wurde und Piccolina hatte Mühe vorwärts zu kommen. Die Wolken wurden auch wieder bedrohlich dunkel und wir traten den Heimweg an,  um es uns im warmen Wohnmobil wieder gemütlich zu machen.
Der Sturm ließ am späteren Abend die Wellen vor unserem Standplatz immer höher schlagen – es war ein faszinierendes Schauspiel.
Über Nacht beruhigte sich das Wetter und als wir an unserem letzten Urlaubstag bei Sonnenschein aus dem Fenster schauten, sahen wir ringsum Schnee auf den Bergen!

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Nach einem gemütlichen Frühstück und einem ausgiebigen Einkauf beim naheliegenden Supermarkt machten wir uns auf die Heimreise. Kurz nach der Ortsausfahrt irritierte uns ein Schild, das „Schneeketten anlegen“ bedeutete… Große Fragezeichen in unseren Gesichtern… Schneeketten hatten wir nun wirklich nicht mit, aber wir sind mit „Alljahresreifen“ unterwegs. Als wir den höchsten Punkt der Straße erreicht hatten, wussten wir auch, warum wir am Tag zuvor am Parkplatz bei der Burg ein Wohnmobil mit Schneematsch an der Stoßstange gesehen hatten… Die Straßen waren zwar inzwischen vom Schnee befreit, die Spuren der Salzstreuung waren aber noch deutlich zu sehen.
Wir hielten an einem Umkehrplatz und ließen noch ein letztes Mal unseren Blick über die märchenhaft schöne Landschaft gleiten – auf der einen Seite das blau-glitzernde Meer und die vom Wind großteils kahlen grau-weißen Felsen und Inseln, auf der anderen Seite Bergbauernlandschaft mit verschneitem Wald. Kroatien – ein Land, so vielseitig, wie es nur sein kann!

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(Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass uns auch Österreich mit Schnee empfangen würde und wir daheim nochmals einheizen mussten!)

 

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