Campingreise Frankreich

Frankreich 7.-25.6.2014

Nach einem Packen, das kein Ende nehmen wollte, war es dann doch endlich soweit und wir fuhren am Samstagnachmittag los. Mein Mann hatte in den letzten Monaten vor unserer Reise wieder einige Neuerungen am Bus vorgenommen – angeblich ist es mit Wohnmobilen wie mit Häusern: es „wächst“ mit der Zeit und wird nie fertig… So gibt es jetzt ein Gewürzregal, eine Bücherkiste für die Reiseführer und Straßenkarten, die Kaffeemaschine hat nun auch ihren fixen Platz an der Wand und unter unseren Matratzen ist ein richtiger Lattenrost. Durch diesen Lattenrost ergab sich mehr Stauraum und so wurde alles ein bisschen anders eingepackt und verstaut als sonst und das dauerte eben auch alles seine Zeit, aber dann ging es los…

Wir hatten zwar grob geplant, wohin es gehen sollte – fix war nur Mont-St.-Michel, aber spontan, wie wir sind, änderten wir die Route zwischendurch doch immer wieder und so wurde es eine spannende und interessante Reise in eine uns unbekannte Gegend.

Nach knapp drei Stunden auf der Westautobahn stellten wir fest, dass die Klimaanlage auch wieder „auf Urlaub“ war – das hatten wir doch schon letztes Jahr im Juni in Kroatien. Nach vier Stunden kamen wir trotzdem gut in Deggendorf im Bayrischen Wald auf Gut Aiderbichl http://www.gut-aiderbichl.com/page.location.bayern.php an und genossen einen sehr ruhigen Abend vor dem Bus – in trauter Zwei- und Mehrsamkeit mit den Pferden auf den umliegenden Koppeln und Rehen, die vor uns über die Wiesen huschten. Der rosa-orange-rote Sonnenuntergang rundete das Märchenbild ab. Vergessen waren die hochsommerlichen Temperaturen und die nicht funktionierende Klimaanlage. Für den nächsten Tag stand ein Besuch auf dem Gut auf unserem Programm und danach wollten wir uns um eine Werkstatt kümmern – doch das musste wegen des Pfingstwochenendes bis Dienstag warten. Wir beschlossen also, die Reise langsamer fortzusetzen und uns diese Region ein bisschen genauer anzusehen.

 

Gut Aiderbichl in Deggendorf ist zwar viel kleiner als das Gut im salzburgischen Henndorf, aber es liegt der gleiche Zauber in der Luft – Frieden, Stille und Harmonie und vertrauensselige Tiere, die den Glauben an das Gute nicht verloren oder wiedergefunden haben, empfingen uns dort. Trotz der Hitze war Timo wieder ganz der Alte und tobte auf der Hunde-Wiese und im Hunde-Teich wie ein Junghund. Keine Spur mehr von dem ruhigen und müden Verhalten, das er in letzter Zeit immer öfter mal gezeigt hatte.

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Sehr beeindruckt hat mich auch Mona, eine „40+“ Araberstute, die als Freigängerin auf dem Gut herumstapfen darf. Sie ist schon sehr wackelig, freut sich aber dennoch ihres Lebens, der Streicheleinheiten und Zuwendungen.

Eine spezielle, sehr zierliche Rinderrasse, die fast ausgestorben ist, erinnerte mich an die schönen Zeichnungen in den Bilderbüchern in meiner Kindheit. Ganz ohne viel Aufregung und Tamtam wurde ein Neuzugang in einem Gehege untergebracht – ein Ziegenbock wurde aus schlechter Haltung gerettet und darf nun in Deggendorf endlich zur Ruhe kommen.

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Trotz all der schönen Momente und Eindrücke und auch dem tollen Essen – Brokkoli-Nuss-Ecken mit Pommes frites – zog es uns an diesem Sonntagabend weiter nach Nürnberg.

 

Auf dem Campingplatz „Zur Mühle“ http://www.camping-zur-muehle.de/index.html in Zirndorf/Leichendorf bei Nürnberg (kein schöner Ortsname) fanden wir uns in einer ganz anderen Welt wieder… statt ruhiger und friedlicher Tiere umgaben uns nun Riesen-Luxus-Wohnwagen einer großen Familie aus einem uns fremden Kulturkreis und dem Pfingstwochenende entsprechend auch viele kleinere Familien mit Kindern. Wir waren auf die Nacht(ruhe) sehr gespannt, hat doch die Campingplatzbetreiberin schon von den negativen Ereignissen der letzten Tage erzählt.

Am nächsten Morgen wachten wir allerdings gut ausgeschlafen und ausgeruht auf. Alles war sehr ruhig und friedlich gewesen. Wir verließen den Platz, der sehr stark von Dauercampern besetzt ist und sonst eher ein Durchzugscampingplatz zu sein scheint und besichtigten Nürnberg – viel mehr war es ein 1,5-stündiger Spaziergang von einem Schattenplatz zum nächsten Schattengässchen. Gut 30 Grad sind für einen Stadtbummel eindeutig zu heiß. Trotzdem gefielen uns die alten Plätze und Fachwerkhäuser sehr gut. Leider ist der Burggarten für Hunde tabu – na, dann können wir diesen eben auch nicht weiter empfehlen. Es gibt noch viele andere schöne Plätze, wo man mit Hunden willkommen ist. Piccolina und Timo war es auch egal – inzwischen wissen die beiden offensichtlich schon, dass ein Stadtbummel „Arbeit“ in Form von „Sitz – Bleib – Brav – Leckerli“ bedeutet, damit ich die passenden Fotos machen kann und so setzt Timo sich oft schon von selbst auf großen Plätzen in Pose.

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Mit offenen Fenstern fuhren wir weiter nach Öhringen – früher gab es ja auch keine Klimaanlagen! Schrecklich! Nach ca. 1,5 Stunden erreichten wir den Stellplatz http://www.oehringen.de/freizeit-tourismus-kultur/wohnmobilstellplatz.html – es ist der Parkplatz beim Freibad, wo es für Wohnmobile auch Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten, aber keine Sanitäranlagen außerhalb des Freibades, gibt.

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Neben dem Stellplatz fließt ein Bach, der den Hunden Abkühlung und Plantschvergnügen verschafft. Der Weg entlang des Baches führt in einen großen Park am Rande der Altstadt und ist ein idealer Spazierweg für Zwei- und Vierbeiner. Wir waren auch abwechselnd im überfüllten Freibad schwimmen und duschen – so waren die Hunde nicht allein und wir hatten also wieder mal alles, was man so braucht. Im ebenfalls gut besuchten Biergarten neben dem Freibad lernten wir im Laufe des Abends Michaela und Jens kennen, die dort „um´s Eck“ wohnen und verbrachten gemeinsam einen langen und netten Abend. Für unsere Klimaanlage bekamen wir auch noch einen wertvollen Tipp für eine Werkstatt ganz in der Nähe.

 

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Dienstag, das Pfingstwochenende war vorbei und wir spazierten um 8 Uhr in der Früh mit den Hunden in die kleine Stadt Öhringen, fanden die Werkstatt und sollten später mit dem Bus kommen. Unsere doch nicht ganz ungetrübte Stimmung besserte sich schlagartig – Klimaanlagen sind im Sommer schon sehr fein, v.a., wenn sie funktionieren… Wir spazierten noch eine Stunde durch diese kleine Stadt, die doch ziemlich groß zu sein scheint und bewunderten auch hier dicht aneinander gebaute Fachwerkhäuser, enge Gassen und einen Hauch von Mittelalter. Nach dem Besuch in der Werkstatt Basch mit einem wirklich sehr netten Inhaber verabschiedeten wir uns von dieser schönen Stadt, von der wir bis 2 Tage zuvor noch nicht mal wussten, dass es sie gibt, wo wir uns aber sofort sehr wohl fühlten.

Klimaanlagen sind cool! Das Gas wurde nachgefüllt und nun sollte sie wieder für ein Jahr funktionieren. Und ich musste nicht mehr ständig nachsehen, ob es den Hunden auch wirklich gut geht.

Straßburg sollte unser nächstes Ziel sein, doch leider fanden wir zwar viele Parkhäuser mit freien Plätzen, aber keine Parkplätze, wo wir mit dem Bus parken konnten. Die Idee mit öffentlichen Verkehrsmitteln von weiter draußen in die Stadt zu fahren, dachten wir gar nicht erst zu Ende – das macht weder uns Zwei- noch unseren Vierbeinern Spaß. Also beließen wir es bei einer Stadtrundfahrt und zogen weiter in Richtung Paris und Nordfrankreich. Irgendwo zwischen Metz und Verdun fanden wir einen recht schönen und ziemlich „grünen“ Rastplatz an der Autobahn, wo wir uns ein bisschen ins Gras legen und ausruhen konnten.

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Leider stellte sich dann auch ein Tiertransporter ans andere Ende des Parkplatzes. Als der vorbeifuhr, sah ich jede Menge weiße Hendln, aber ich hörte nichts und denke, dass die Tiere zu diesem Zeitpunkt schon tot waren. Näher hingehen traute ich mich nicht – ich empfand nur sehr viel Wut! Wie viele Tiertransporter und tote Hasen, Katzen und Vögel ich auf Frankreichs Straßen noch sehen würde, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Nach einer angemessenen Ruhepause fuhren wir weiter. Wir hatten unsere Route inzwischen „ein bisschen“ abgeändert und statt gleich nach Mont-St.-Michel zu fahren, steuerten wir weiter in Richtung Norden. Mein Mann wollte in dieser Nacht noch bis zur Opalküste durchfahren, aber wir übernachteten dann doch auf einer gut beleuchteten Autobahnraststation.

Weiter ging es erst gegen 10 Uhr am folgenden Tag, nachdem wir gut und fest und in bester Wohnmobil-Gesellschaft geschlafen und gefrühstückt hatten. Soja-Kakao und Striezel von „Bernds Welt“ auf einem Autobahn-Rastbankerl – und wir waren glücklich!

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Wir erreichten den Campingplatz „Champ Neuf“ http://www.camping-lechampneuf.com/de/ in St. Quentin en Tourmont, der leider nicht direkt am Meer lag und richteten uns ein. Wäschewaschen war auch dringend nötig…

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Der Campingplatz sah aus wie ein englischer Park mit vielen schönen Blumenbeeten, kurz geschnittenen Rasenflächen, grünen, dichten Hecken… Das alles hat auch seinen „Preis“ – die Heckenscheren-Geräusche begleiteten uns den ganzen Tag – da war es also nicht wirklich entspannend. Das Hallenbad genossen wir aber sehr und meistens hatten wir es auch fast für uns allein, weil nur wenige Urlauber am Platz waren. Am nächsten Tag machten wir uns auf die Suche nach dem Meer, das ca. 2,5 km entfernt sein sollte… Leider hatten wir, da wir ja ursprünglich gar nicht so weit nach Norden fahren wollten, keinen Plan zur Verfügung. Die Straßen, die eher nur Schotterwege waren, hießen z.B. „Rue de la mer“ – das klang ja recht gut, allerdings kehrten wir nach wenigen Minuten bei einem Reitstall um. Die Pferde grasten zwar friedlich, aber ein sehr eifriger Langhaarschäferhund hinter einem halbhohen Lattenzaun machte uns unmissverständlich klar, wer hier der Boss war. Wir wollten da lieber nicht zu viel riskieren und schlugen einen anderen Weg ein. Hier hieß es „Rue de la Baie“ – wir gingen ca. 45 Minuten zwischen Wiesen, Pferdekoppeln, Kuhweiden und Bächen, fanden das Meer aber nicht und beschlossen, es am nächsten Tag in eine andere Richtung zu versuchen. Aber auch da waren wir erfolglos.

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Es war auch egal, am darauffolgenden Tag wollten wir ohnehin weiterfahren und dabei blieben wir dann am Strand von Le Crotoy stehen. Eine deutsche Urlauberin hatte uns am Tag zuvor erzählt, dass es dort sehr schön ist und sie viele Leute mit Hunden gesehen hat und diese so lustig herumgelaufen sind… Wir waren ziemlich enttäuscht, als wir nach dem Bezahlen der Parkgebühr zum Strand kamen und überall das Schild „Hunde sind am Strand selbst an der Leine verboten“ sahen. Wir fuhren also weiter zur Alabasterküste, die ihren Namen von den hohen alabasterfarbenen Klippen hat. St. Aubin sur mer – ein großer freier Parkplatz, mit einem eigenen Wohnmobil-Stellplatz-Bereich, wo man auch übernachten darf, ein freier Strand, wo Hunde (angeleint) erlaubt waren, aber die meisten frei liefen und Felswände, wie in Rosamunde-Pilcher-Filmen… Möwen kreisten am Himmel und landeten auf den Grasbüscheln auf den Felsklippen…. Hier ließ es sich ausruhen!

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Das Wetter war sehr angenehm – seit wir in Nordfrankreich waren, hatten wir warmes, sonniges Wetter, aber keine Hitze und vor allem waren die Nächte kühl.

Wir versuchten so gut es ging, die Küste entlang zu fahren, aber die meisten Straßen, die direkt am Wasser entlangführen sind nur kleine Schotterwege und wir wollten weder unseren Bus noch die Reifen überstrapazieren. So fuhren wir immer wieder ins Landesinnere, um vorwärts zu kommen und erlebten eine ziemlich langweilige Fahrt durch „ewiges Weide- und Futtermittelland“ nach Ravenoville-Plage zum Campingplatz „Le cormoran“ http://www.lecormoran.com/de/ , der im ADAC-Campingführer als „hundefreundlich“ gekennzeichnet ist und in der Seine-Bucht direkt am Meer liegt.

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Hier konnten sich Piccolina und Timo wieder so richtig austoben und Timo schien kein bisschen alt zu sein. Beide sausten wie verspielte Junghunde über den Sandstrand, gruben Löcher und jagten einander, dass der Sand nur so flog. Sogar das Laufen durch das Salzwasser machte großen Spaß und nicht einmal Piccolina fürchtete sich vor den Wellen.

Auf diesem Campingplatz fühlten auch wir Zweibeiner uns besonders wohl!

Drei Nächte blieben wir in Ravenoville-Plage und genossen das milde, wenn auch windige Sommerwetter. Der Campingplatz war sehr sauber und für Hunde gibt es sogar eine Hundeauslaufzone. Diverse Spielplätze, ein Schwimmbecken im Freien und eines in der Halle, Fitnessgeräte, ein großer Platz für Ballspiele, Supermarkt und Fernsehraum stehen Groß und Klein zur Verfügung und ein Ziegengehege lädt zum Beobachten ein.

Wir wanderten aber am liebsten den meist menschenleeren Strand entlang – mal in die eine Richtung bis zur Kirche „Èglise Saint-Gille de Ravenoville“, am nächsten Tag in die andere Richtung und kamen so auch nach „Utah Beach“ http://de.wikipedia.org/wiki/Utah_Beach , wo vieles an den 2. Weltkrieg erinnert.

Die nachdenkliche Stimmung, die uns an diesem Platz umfing, verflog aber auch gleich wieder, als wir uns wieder dem Strand und dem Spiel der Wellen zuwandten und die Hunde den Sand zum Fliegen brachten und über die Reste der „Kriegsbauten“ ist zum Glück schon viel Gras gewachsen…

Am 16. Juni verließen wir diesen Campingplatz aber auch wieder und verschoben unser Ziel „Mont-St.-Michel“ nochmals um einen Tag, um die Landzunge in Richtung Barfleur entlang zu fahren.

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Auch hier war die Idee, die Küstenstraßen entlang zu fahren, nur teilweise umsetzbar. Doch diesmal fanden wir die interessanteste Route, seit wir in Frankreich waren. Wir fuhren durch kleine Dörfer, sahen alte Kirchen und die unvermeidbaren allgegenwärtigen Wiesen, Weiden, Kühe (die in dieser Region allerdings nicht mehr so weiß und dick waren, wie in der Piccardie, sondern eher schlank und braun- oder schwarz-weiß) und Heuballen…. Dann bestaunten wir den kleinen Ort Barfleur http://de.wikipedia.org/wiki/Barfleur , den Hafen, von welchem einst Prinz Löwenherz http://www.kreuzzuege-info.de/loewenherz.htm nach England aufgebrochen war und die Kirche St. Nicolas, gingen durch kleine Gassen, vorbei an den mit üppigem Blumenschmuck verzierten Häusern und fuhren weiter in Richtung Cherbourg, wo wir aber nur durchfuhren und weiter die Landschaft bestaunten bis wir in Barneville-Carteret http://de.wikipedia.org/wiki/Barneville-Carteret ankamen. Hier gab es für Piccolina und Timo, aber auch für uns erst mal etwas zu essen, bevor wir uns auf den Weg zum Leuchtturm machten.

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Früher mal war das die Sommerfrische-Region der Schönen und Reichen der Belle-Epoche…

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Die Sanddünen waren wirklich beeindruckend. Der Leuchtturm steht auf einem großen Felsen, eine Kirchenruine ist zu sehen und zum Meer hin ist auch ein Haus in den Felsen gebaut. Vielleicht für den Leuchtturmwärter….? Der Sandstrand war zu diesem Zeitpunkt recht breit und fast menschenleer. Wir konnten unsere Hunde wieder frei laufen lassen und sie genossen es aus ganzem Herzen!

Weiter führte uns der Weg nach Granville http://de.wikipedia.org/wiki/Granville_(Manche) , wo wir auf dem Wohnmobilstellplatz in der Rue due Roc, hinter dem Aquarium – wohl so etwas wie das Haus des Meeres in Wien – auch übernachteten. Granville ist eine kleine Stadt auf einem mit dem Festland verbundenen Felsen, der aus dem Meer ragt. Das alte Stadttor mit Zugbrücke (nur hier ist die Altstadt mit dem Auto erreichbar) ist noch erhalten und die engen Gassen schützen vor dem kalten Wind vom Meer. Beim Leuchtturm findet man auch hier Reste des Weltkrieges, Bunker, Kasematten,… Diese Rundreise war sehr interessant, aber auch sehr anstrengend und wir schliefen abends sehr bald tief und fest.

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Nun sollte es aber wirklich nach Mont-St.-Michel http://de.wikipedia.org/wiki/Le_Mont-Saint-Michel gehen!

Nach dem Frühstück und einer guten Stunde Fahrt durch das übliche Landschaftsbild (Wiesen, Felder, Kühe, Heuballen,…bis zum Horizont) erreichten wir den Parkplatz mit Übernachtungsmöglichkeit für Wohnmobile http://www.bienvenueaumontsaintmichel.com/site/de/der-besuch-des-mont-saint-michel/mit-dem-wohnmobil- . 20,60 Euro nur für´s Parken ohne Ver- und Entsorgung ist zwar nicht grade günstig, aber dafür waren wir nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.

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Wir gingen also eine gute halbe Stunde die Promenade entlang – immer mit Blick auf den „Berg“. Das war schon sehr beeindruckend. Wie eng es in den Gassen der kleinen Stadt werden würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Kaum, als wir durch das Stadttor durchgegangen waren, waren wir auch schon im Fluss und Sog der Touristen und während Piccolina im „Schnüffelparadies“ war, war Timo weniger glücklich, ging aber tapfer und brav an der Leine durch den ganzen Trubel der Mittagszeit. Die meisten Menschen drängten sich um die Souvenirläden und Imbiss-Stände. Wir gingen dann die Wege abseits der „Hauptgasse“ und konnten so auch noch einige schöne Häuser fotografieren. Diese kleine Stadt auf dem Fels ist auf jeden Fall sehenswert.

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Wir hatten auch mit dem Wetter Glück, denn die Sonne versteckte sich hinter den Wolken und trotzdem war es in den engen Gassen ziemlich warm. Bei hochsommerlichen Temperaturen macht es hier bestimmt keinen Spaß zu bummeln.

Am Weg zurück zum Auto fanden wir einen Supermarkt, der, wie auf einer Autobahnraststation, eher wenige frische Lebensmittel, dafür aber viel Souvenir-Kramuri anzubieten hatte. Zwei Baguette, Bananen, Äpfel, Nektarinen und Paradeiser bekam ich trotzdem.

Gegen 20 Uhr brachen wir nochmals auf – eigentlich nur, um die Hunde kurz rauszulassen… aber dann gingen wir wieder in Richtung Mont-St.-Michel, den Damm entlang… es waren keine Busse und Touristengruppen mehr zu sehen und wir waren scheinbar viel schneller im Zentrum als mittags. Die Geschäfte hatten geschlossen, nur noch einige Restaurants waren besucht und die in den Gassen anwesenden Touristen waren, wie wir, an der Stadt selbst und nicht an Souvenirs interessiert. Es war ein sehr schöner und eindrucksvoller Tagesabschluss und wir sahen auch zum ersten Mal in diesem Urlaub die Sonne im Meer versinken – gegen 22.30 Uhr!

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Als wir am nächsten Morgen erwachten, beschlossen wir, unser nächstes Ziel, St. Malo, auszulassen und gleich in den Süden der Bretagne weiter zu fahren. Timo war von den beiden letzten Tagen so müde, dass wir ihm keine weitere Stadtbesichtigung zumuten wollten.

 

Wir erreichten Penestin und den Campingplatz „Les Iles“ http://www.camping-des-iles.de/ nach einer unspektakulären Fahrt durch das auch hier übliche Landschaftsbild (scheinbar gibt es in Frankreich keinen Gemüseanbau, sondern ausschließlich Viehzucht – hier sahen wir wieder vermehrt die dicken weißen Kühe… dabei könnte man hier wahrscheinlich Gemüse für ganz Mitteleuropa anbauen) und richteten uns ein. Zuvor fanden wir in Ploembel einen Supermarkt der Kette „Super U“ und ich konnte unsere Obst-, Gemüse- und Brotvorräte wieder auffüllen.

Auf dem Campingplatz „Les Iles“ in Penestin bekamen wir einen Stellplatz mit Blick auf´s Meer – gezeitenabhängig war das dann wirklich sehr schön. Auch dieser Campingplatz ist sehr sauber und gepflegt, bietet Entspannungsmusik in den Sanitäranlagen, Schwimmbecken, Restaurant,…

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Der darauffolgende Tag war wieder ein „Faulenzertag“. Wir schliefen lange, frühstückten ausgiebig, Timo verließ den Bus überhaupt erst am Nachmittag. Wir ließen ihn einfach in Ruhe, denn irgendwann musste er ja sowieso raus… Am späten Nachmittag gingen wir ein bisschen zum Strand, da lief er recht lustig herum, aber es schien ihm hier grundsätzlich nicht sehr zu gefallen. Die meiste Zeit lag er im Bus und schaute bei der Tür raus.

Die gezeitenbedingte Veränderung des Strandes war faszinierend. Leider sieht man bei Ebbe die Muschelbänke, die den Urlaubsgästen als Attraktion angepriesen werden, obwohl sie doch nur Lebensmittelproduktion sind. Abends und in der Früh schaut es aber sehr schön aus, wenn das Wasser alles überschwemmt und nur die hohen Felsen noch aus dem Meer ragen.

Der Abendspaziergang des 19. Juni führte uns zu einer benachbarten leeren Bucht, wo Piccolina und Timo sich so richtig austoben konnten und der Rückweg an einem Feld mit vielen kleinen Hasen vorbei.

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Da es abends erst so spät dunkel wurde, kamen wir kaum vor Mitternacht ins Bett und so waren wir auch wieder nicht so richtig ausgeschlafen, als wir am nächsten Morgen alles zusammenpackten und weiter in den Süden fuhren.

Das Landschaftsbild war uns inzwischen mehr als vertraut – auch hier die üblichen Merkmale, allerdings fügten sich nun auch Salzfelder und dazugehörige Verkaufsstände ins Bild ein.

Am frühen Nachmittag erreichten wir den hinter einer Düne liegenden Campingplatz „Domaine les Moulins“ http://www.domaine-les-moulins.com/de/ auf der Insel Noirmoutier http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%8Ele_de_Noirmoutier .

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Hierher kann man wahlweise über eine Brücke oder bei Ebbe über den Meeresboden fahren. Wir besichtigten kurz die Stelle, wo die Straße ins Meer mündet, entschieden uns aber nicht nur wegen der sechs Stunden Wartezeit auf die nächste Ebbe für die Brücke. Auch dieser Campingplatz war mit mehreren Sternen ausgezeichnet und verfügte über die entsprechenden Annehmlichkeiten. Der deutsche Betreiber und Hundebesitzer, erklärte uns, dass wir mit den Hunden an den Strand gehen dürften – natürlich immer den Hund unter Kontrolle haltend.

Unser Abendspaziergang führte uns die fast menschenleere Straße an einigen schönen Häusern, die offenbar fast alle zu mieten sind, entlang bis zu einer Gasse, die uns zum „Plage cour“ und den Windmühlen führte. Über den Strand und den Weg auf den Dünen kamen wir wieder zurück zum Campingplatz, der für Gäste, die nicht mit dem eigenen Wohnwagen, Zelt oder Wohnmobil reisen wollen, ideen- und abwechslungsreiche Unterkünfte, wie Tippis, Großzelte und Blockhütten mit Zeltplanendächern in verschiedenen Varianten und Größen zu bieten hat.

Am nächsten Tag planten wir unsere Heimreise. Rund 2000 Kilometer waren wir von daheim entfernt, die wollten wir auf keinen Fall durchfahren. Wir faulenzten, blätterten in den Reiseführern und fuhren mit den Fingern über die Straßenkarten… Abends spazierten wir ins Zentrum des kleinen Ortes La Gueriniere. Ich staunte nicht schlecht, als ich da sogar einen kleinen Spar-Supermarkt entdeckte. Es gibt dort auch ein Postamt, Ärzte, eine Kirche, eine kleine Galerie, einen Bäcker,… das hätte ich gar nicht erwartet. Timo war von unserem Spaziergang wenig begeistert. In der Früh war er zwar noch recht lustig, aber gegen mittags zog er sich in den Bus zurück und verließ ihn nur sehr widerwillig, um eine Gassirunde zu gehen. Für ihn dauerte der Urlaub wohl schon zu lange.

Am 22. Juni verließen wir den Campingplatz nachdem wir in der Früh noch am Strand waren, wo auch Timo wieder recht ausgelassen war und sogar ins Wasser lief. Piccolina suchte währenddessen alles mit der Nase ab – schließlich essen Menschen ja auch am Strand…

Nach dem Frühstück fuhren wir in die Hauptstadt der Insel, die ebenfalls Noirmoutier heißt und waren vom Trubel des Stadtlebens sehr überrascht.

Wir fanden einen Parkplatz in der Nähe von Kirche und Burg und waren so auch ganz nah an der Fußgängerzone. Da das Wetter nicht besonders schön war und die dunklen Wolken am Himmel sehr nach Regen aussahen, waren scheinbar alle Menschen, die zurzeit auf der Insel weilten, in dieser Straße… Timos Gedanken wollte ich gar nicht kennen!

Nach ungefähr einer Stunde beschlossen wir die Insel endgültig zu verlassen. Einige Kilometer fuhren wir noch zwischen Salzfeldern, die das übliche Landschaftsbild auflockerten, dann wieder über die Brücke zum Festland und über Bundesstraßen, genauer gesagt: von einem Kreisverkehr zum anderen bis Tours. Unsere Hoffnung von der Bundesstraße aus das eine oder andere Loire-Schloss zu sehen wurde nur wenig erfüllt. Einzig bei Saumur http://de.wikipedia.org/wiki/Saumur liegt eines direkt am Fluss auf einem kleinen Hügel.

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Kurz vor der Stadt des Heiligen Martin fielen uns Höhlenwohnungen in den Felsen entlang der Straße auf. Nach insgesamt ca. 4 Stunden Fahrzeit standen wir dann in Tours http://de.wikipedia.org/wiki/Tours vor der Basilika St. Martin http://de.wikipedia.org/wiki/Saint-Martin_de_Tours , dem Glockenturm, der Kathedrale und all den tollen mittelalterlichen Häusern – es war sehr beeindruckend.

Der Place Plumereau und die umliegenden Gassen, in welchen reges Treiben herrscht, versprühen schon einen besonderen Charme. Ein Lokal neben dem anderen säumt die Gassen, Menschen sitzen in den Gastgärten, lachen, essen, trinken…

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An der Loire fand ein kleiner Kunsthandwerksmarkt statt, wo ich viele schöne Dinge entdeckte und ein Armband für unsere Tochter erstand. Mulitkulti und alle möglichen Sozialniveaus sind in dieser Stadt bunt gemischt nebeneinander unterwegs… Leider ist es auch sehr schmutzig gewesen, Dreck aller Art und v.a. Glasscherben auf den Wegen ließen uns darauf verzichten länger zu bleiben, da ich mir Sorgen um die Pfoten unserer Hunde machte. Ohne Hunde wären wir bestimmt länger geblieben – es war einfach faszinierend!

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So traten wir schon an diesem Tag die Heimreise an.

Aus der Stadt raus zu fahren war dann wegen einer Straßensperre für einen Flohmarkt gar nicht so einfach. Das Navi fand keine geeignete Ausweichroute und schickte uns kreuz und quer… Wir fuhren dann einfach eine ganze Weile gerade aus und starteten dann die Routensuche neu und waren erfolgreich.

Gut 800 Km waren wir von Lindau am Bodensee entfernt, wo wir uns auch noch ein bisschen umsehen wollten. Wir fuhren auf die Autobahn und fanden nach rd. 60 Km eine passende große Raststation, wo wir auch übernachteten.

 

„Autobahn oder Bundesstraße?“, war wieder mal die Frage… Da die Strecken aber entfernungsmäßig zwar ziemlich gleich waren, zeitmäßig aber die Autobahn viel besser abschnitt, beschlossen wir, lieber schneller unterwegs zu sein und dafür mehr Zeit am Bodensee zu verbringen, als weiterhin durch französische Weidelandschaften zu fahren.

Lindau http://de.wikipedia.org/wiki/Lindau_(Bodensee) war dann eine wirklich schöne Überraschung – so toll hatte ich es mir gar nicht vorgestellt.

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Im Café „Großstadt“ http://www.grossstadt-lindau.de/ mit der „verlockenden“ Adresse „In der Grub 27“ gab es sogar einige vegane Gerichte und wir genossen es, uns verwöhnen zu lassen. Das Lokal erinnerte mich sehr an das Café Erde in Graz. Wir fühlten uns wirklich wohl!

Leider regnete es bei unserer Ankunft auf der Insel, doch nachdem wir fertig gegessen hatten, war der Regen vorbei und wir bummelten noch lange durch die alten Gassen, bewunderten Hafen, Leuchtturm, Häuser, Fassaden,… alles sehr schön und gepflegt.

Fast schon vergessen waren die langen Fahrten durch die französischen Einheitslandschaften. Gleich nach der Grenze fanden wir in Deutschland die vielfältigen Landschaftsbilder mit Hügeln, Kirchen, Dörfern… und bald auch am Horizont, am anderen Ufer des Bodensees, die Berge!

Wir übernachteten am Wohnmobil-Stellplatz in der Reutiner Straße in Lindau http://wohnmobilstellplaetze.wordpress.com/stellplatze-inland/lindau/ . Ein Blick auf den Kalender zeigte uns den 24 Juni an… Kaum zu glauben, der Urlaub ging zu Ende… Nachts hatte es geregnet, in der Früh war es kühl, aber trocken.

Nach dem Frühstück fuhren wir weiter nach Bregenz und spazierten durch die Fußgängerzone und die Kirchengasse zur Kirche „St. Gallus“.

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Im Vergleich zu Lindau war Bregenz nicht so sehr beeindruckend, aber auch ganz nett und einige sehr alte Fachwerkhäuser entdeckten wir auch hier.

An der Seebühne wurde eifrig an den Kulissen gearbeitet – ich dachte mir „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ und machte mir keine weiteren Gedanken zu den bunten Riesenfantasietieren.

Am frühen Nachmittag richteten wir uns am Campingplatz „Seecamping“ http://www.seecamping.at/ ein. Im Vergleich zu all den anderen Plätzen in diesem Urlaub ist es hier der teuerste und am wenigsten gepflegte Platz. Man zahlt wohl die Stadt- und See-Nähe. Besonders hässlich sind die rot-weiß-roten Absperrbänder, die die Plätze markieren und lästig waren auch die übermäßig lauten Jugendlichen – scheinbar eine deutsche Schülergruppe… Die Nacht war dann doch überraschend ruhig und wir schliefen tief und fest.

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Nachdem wir wieder mal alles eingepackt, entleert und nachgefüllt hatten, fuhren wir weiter nach Feldkirch, die westlichste Gemeinde Österreichs.

Nicht ganz so toll wie Lindau, aber viel interessanter als Bregenz ist diese Altstadt. Schöne Fassaden, alte Fachwerkhäuser, enge Gassen…

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Wir ließen uns durch die Stadt treiben, die Zeit verging wie im Flug und als wir gegen 13.30 Uhr wieder bei unserem Bus ankamen, waren wir zwar sehr zufrieden, aber auch müde. Wir machten es uns gemütlich, aßen eine Kleinigkeit und überlegten, wie wir weiter fahren sollten. Gut Aiderbichl in Henndorf wäre noch als letztes Ziel geplant gewesen… aber wenig später, auf der Autobahn, beschlossen wir dann direkt nach Hause zu fahren.

 

Es war ein langer Urlaub, viele schöne Tage und Erlebnisse, aber auch Erkenntnisse und Erfahrungen, die uns sehr nachdenklich stimmten, wie die seltsam dicken und kurzbeinigen weißen Kühe, die riesigen Weideflächen und Heuballen, ein Goldfisch in einem runden Glas an der Rezeption des Campingplatzes Champ Neuf. Es war zeitweise sehr anstrengend, weil die Strecken zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten und Campingplätzen oft sehr weit auseinander lagen.

Ohne es geplant zu haben, wurde es eine Reise in die Vergangenheit – Gedenkstätten erinnerten an Kreuzzüge und spätere Kriege, mittelalterliche Bauten und verschlafene Dörfer riefen altes Wissen in uns wach und regten zum Nachlesen und Wissen-Auffrischen an. Wir haben viel gesehen und wissen wieder ein bisschen mehr…

 

 

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