Geli-Krapfen – die vegane Alternative zu Roggene Krapfen, Steirerkrapfen

Geli-Krapfen – die vegane Alternative zu Roggene Krapfen, Steirerkrapfen, Kaskrapfen

(ca. 8-10 Stück, reicht für 4 Personen)IMG_1377

Roggene Krapfen, Steirerkrapfen oder auch Steirerkaskrapfen oder Kaskrapfen sind eine regionale steirische Spezialität, die abgesehen vom Steirerkas, der auch wiederum eine solche ist, ohnehin (fast) vegan ist. Jede Bäuerin und Sennerin hatte wohl immer schon ihr eigenes kleines Rezeptgeheimnis und „das richtige Rezept“ gibt es deshalb auch gar nicht oder anders rum: jedes ist „das einzig richtige Rezept“… Meines nenne ich Geli-Krapfen, weil es einerseits nichts mit Steirerkas zu tun hat und andererseits, weil das Kalb „Geli“ ein Teil meines Weges zum veganen Leben war.

Geli kam damals mitten in der Nacht zur Welt. Der Bauer erzählte mir grade so einiges aus seinem Leben, als ich die werdende Kuh-Mama schreien hörte. Ihn schien das nicht sonderlich zu interessieren und er meinte nur, dass das Kalb erst in einigen Tag dran wäre…. ich bestand darauf nachzusehen und da lag sie – die kleine Kalbin, die später auf den Namen Geli getauft wurde, weil das „G“ für das Zuchtbuch notwendig war und „Eli“ die ersten drei Buchstaben meines Namens sind.
Ich trocknete das Kalb ab, streichelte es und musste miterleben, wie die Mama-Kuh sich nicht einmal zu ihrem Kind beugen konnte – stand sie doch mit dem Eisenring um den Hals fixiert auf dem Standplatz… Der Bauer desinfizierte die Nabelschnur-Reste und sofort kam das Kalb in die Baby-Box am anderen Ende des Stalles. Es war wirklich sehr traurig, wie beide weinten, die Kuh nach ihrem Kalb schrie und das Kleine in der Box versuchte auf seine Beinchen zu kommen. Der Bauer wollte schlafen gehen, ohne dem Kalb noch Milch zu geben. Wieder bestand ich darauf und bekam eine Flasche Milch, die aber nicht von der Mutter war. Besser als nichts, dachte ich mir und verbrachte noch einige Zeit bei Geli im Stall, fütterte sie, was lange dauerte, weil sie mit der Flasche nicht zurecht kam. Sie war ein sehr kleines und zartes Kalb und wuchs anfangs auch langsamer als andere Kälber, aber sie durfte überleben – weil sie ein Mädchen war und nicht wie die Buben-Kälber zum Schnitzel oder Braten werden, sondern Milch geben sollte. Einige Tage später erklärte mir der Bauer, dass er ohnehin nicht damit gerechnet hätte, dass Geli überleben würde und es wohl meiner Zuwendung in jener Nacht zu verdanken war… Geli wurde eine hübsche große Kuh und ich konnte sie auf der Weide leicht erkennen, weil sie anders gescheckt war, als die meisten anderen Kühe… In jener Nacht bekam ich auch eine Ahnung davon, was sich „hinter dem Milchpackerl im Regal im Leben der Kühe so abspielt“…

Zutaten:
250g Roggenmehl
1/16 Liter Sojamilch (kann auch Wasser sein)
1/16 Liter heißes Wasser
eine Prise Salz

ca. 250g Kokosfett oder sehr hoch erhitzbares Öl

4 große Erdäpfel
1 Pkg. Sauerkraut
reichlich Sesamesan

Zutaten für Sesamesan:
100g Sesam
2 EL Hefeflocken (Achtung: sehr würzig)
½ EL Salz
Pfeffer

Zubereitung:
Da das Rausbacken der Krapfen, die eigentlich Fladen sind, sehr schnell geht, sollte zuerst der Krapfenteig nur vorbereitet und die Zutaten für die Fülle verarbeitet werden.

Also:
IMG_1366Für den Teig das Mehl ins heiße Wasser geben und mit dem Knethaken in der Rührmaschine kneten und die Milch zugießen bis der Teig ein fester Knödel ist. Das schaut aus wie zäher Brotteig und je nach Mehl ist vielleicht ein bisschen mehr oder weniger Flüssigkeit nötig. Die Schüssel zudecken und den Teig rasten lassen.

Währenddessen:
Erdäpfel kochen, heiß schälen, stampfen und warm halten.

Sauerkraut so lange köcheln lassen, bis es weich ist und ev. noch mit Wasser aufgießen.IMG_1368

Für den Sesamesan den Sesam in einer heißen Pfanne ohne Fett leicht bräunen und mit Hefeflocken, Salz und Pfeffer in einem Mixer fein zerkleinern. Der Rest kann im Kühlschrank in einem Schraubverschlussglas einige Wochen aufbewahrt werden, schmeckt aber auch gut als Würze auf Salaten, Erdäpfeln, Reis,…

Nun den Teig in 8-10 Stücke teilen und auf gut bemehlter Arbeitsfläche zu hauchdünnen Fladen IMG_1373mit ca. 18cm Durchmesser auswalken. Das benötigt wirklich viel Mehl, damit der Teig nicht kleben bleibt. Wenn der Teig aufgebraucht ist, durch den hohen Mehlanteil kann man die Fladen auch stapeln, wird in der Pfanne das Fett erhitzt. (Es wird wahrscheinlich nicht die ganze Menge von 250g benötigt werden…)

Das Fett muss wirklich sehr heiß sein, wenn man den ersten IMG_1372Fladen einlegt. Sofort sieht man, dass sich Blasen bilden. Der Fladen wird gewendet und nochmals kurz gebacken (eigentlich wird das Teigstück auf beiden Seiten nur ganz kurz ins heiße Fett getaucht) und dann gleich auf Küchenpapier abgelegt, mit einem zweiten Papier abgetupft und in ein größeres Gefriersackerl gelegt. Damit bleibt der Fladen weich. Lässt man den Fladen zu lange im heißen Fett, wird er knusprig und lässt sich nicht einrollen. Was aber dem Geschmack nichts tut…

IMG_1374Nun alle Fladen nach und nach herausbacken, abtupfen und ins Sackerl schieben. Sobald alle fertig sind, werden sie mit den gestampften Erdäpfeln, dem Sauerkraut und dem Sesamesan heiß serviert. IMG_1376

 

Auf der Alm isst man sie, wie einen Strudel eingerollt, mit der Hand. Wer weniger patzen möchte, kann natürlich auch das Besteck verwenden 🙂 …und sie schmecken auch später oder am nächsten Tag, wenn sie kalt sind, sehr gut!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s